Wir verwenden Cookies, um die Qualität und Benutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern und Ihnen einen besseren Service zu bieten. Wenn Sie auf Zustimmen klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Mehr Infos

Socials
blockHeaderEditIcon
slider-ag
blockHeaderEditIcon
Slogan
blockHeaderEditIcon

Ein Panikraum aus Büchern

Lieben Sie Ambivalenzen? Auf Identität mit sich selbst eingeschworen, sind allzu viele schon zu Lebzeiten totenstarr. Ein Panikraum ist ein Raum, in dem Sie Schutz suchen, aber dass Sie ihn hier auch finden, ist damit keineswegs gesagt. Vielleicht brechen Sie überhaupt erst im Panikraum in Panik aus, während der Angreifer daran scheitert, in Ihren Schutzraum einzubrechen. Wer weiß das schon im Voraus? Probieren Sie es einfach mal aus. Hier finden Sie Hinweise und Hintergrundinformationen zu meinen Romanen, Sachbüchern und wissenschaftlichen Werken. Keine Panik, bitte. Schauen Sie sich in Ruhe um.

 

 

Mit dem Erscheinen von Rattenflut ist meine Trilogie zu den Verbrechen des Sextäter- und Menschenhändler-Kartells, genannt die Bruderschaft, komplett. Wie realitätsnah die Geschehnisse in Wolfswut, Drosselbrut und Rattenflut sind, zeigen schon die Schlagzeilen und Berichte zu Machenschaften realer Sextäter-Ringe in jüngster Vergangenheit – etwa zu Jeffrey Epstein und seinem Netzwerk reicher und einflussreicher Männer, deren Missbrauchsorgien (wie in Rattenflut) tatsächlich auf einer tropischen Privatinsel stattfanden.

Drei epochale europäische Serienverbrecher

Für meine Trilogie habe ich die Taten dreier epochaler europäischer Serienverbrecher adaptiert und ins heutige Berlin versetzt:

  • „Der Hessen-Ripper“: Von den 1970ern bis in die Nullerjahre ermordete der hessische Kleinunternehmer Manfred Seel im Großraum Frankfurt/Main wahrscheinlich mindestens zehn junge Frauen und einen männlichen Teenager (Wolfswut);
  • „Der Jahrhundertfall Dutroux“: In den 1980er- und 1990er-Jahre entführte, vergewaltigte und (in einigen Fällen) ermordete der belgische Elektriker Marc Dutroux zahlreiche Mädchen und junge Frauen (Drosselbrut);
  • „Der schlimmste Sexualverbrecher in der Geschichte Großbritanniens“: Der prominente BBC-Moderator Jimmy Savile missbrauchte von den 1970ern bis in die Nullerjahre Hunderte meist minderjähriger, überwiegend weiblicher Opfer in BBC-Studios, Kinderheimen und Hospizen (Rattenflut).

Gemeinsam ist allen drei Fällen, dass die Täter offiziell als „monströse Einzeltäter“ gelten, obwohl es jeweils deutliche Hinweise auf ein Netzwerk im Hintergrund gibt. Schon die zeitliche Erstreckung der Serien und die große Zahl der Opfer lassen es äußerst unplausibel erscheinen, dass einer allein die Taten unbehelligt verüben konnte.

Dutroux selbst wies darauf hin, dass er seine Opfer im Auftrag „mächtiger Bosse“ gekidnappt, gefangen gehalten und teilweise auch „entsorgt“ habe; im Fall Seel spricht gleichfalls einiges dafür, dass er (und sein mutmaßlicher Mittäter, der nie identifiziert wurde), im Auftrag eines Menschenhändler-Netzwerks Opfer „nach Gebrauch“ beseitigte; Savile wiederum war offenkundig sowohl Türöffner als auch Nutznießer einer „Bruderschaft“, eines Ring reicher und einflussreicher Sextäter, die über lange Zeiträume Minderjährige u.a. in Kinderheimen missbrauchten und durch Druck und Bestechung für ein willfähriges Umfeld sorgten. Zumindest in den Fällen Dutroux und Savile wurde auch zunächst und durchaus erfolgreich gegen das mutmaßliche Netzwerk ermittelt (s.u.) – doch dann folgte die radikale Kehrtwende, die beiden wurden gegen jede Wahrscheinlichkeit zu „psychopathischen Einzeltätern“ erklärt, nachdem das mächtige Kartell im Hintergrund die nötigen Hebel in Bewegung gesetzt hatte.

Klassische Einheit von Zeit, Ort und Handlung

In der Hallstein-Trilogie finden diese drei (zeitgemäß adaptierten) Verbrechensserien nicht in großem räumlichem bzw. zeitlichem Abstand, sondern kurz hintereinander an ein und demselben Ort statt: hier und heute im Großraum Berlin. Durch diesen klassischen Kunstgriff kann mein Ermittlerpaar – die taffe Hauptkommissarin Kira Hallstein, Anfang vierzig, und der empathische Oberkommissar Max Lohmeyer, Anfang dreißig – die drei spektakulären Tatserien ein und demselben mächtigen Menschenhändler-Kartell zuordnen, allerdings gegen erheblichen Widerstand ihrer Vorgesetzten und zunehmend unter Gefahr für ihr eigenes Leben. Doch Kira Hallstein ist selber traumatisiert durch das kriminelle Netzwerk, nachdem zwanzig Jahre zuvor ihr eigener Bruder von einem Killer und Kidnapper der „Bruderschaft“ entführt worden ist. Entsprechend besessen verfolgt sie die Spur des seriellen Grauens, unterstützt nur noch durch den ihr treu ergebenen Max Lohmeyer, mit dem zusammen sie auf einer tropischen Insel der Bruderschaft zuletzt undercover das Gesetz in die eigene Hand nimmt …

Ein „pädo-kriminelles Netzwerk“: der True-Crime-Hintergrund von RATTENFLUT

Über Jahrzehnte hinweg gehörte Jimmy Savile (1926-2011) zu den Top-Promis in Großbritannien. Populärer als der BBC-Moderator („Top of the Pops”, “Jimmy’ll fix it”) war höchstens noch die Queen. Savile war u.a. mit Margaret Thatcher, Prinz Charles und Prinzessin Diana befreundet; 1990 wurde er „für sein soziales Engagement“ zum Ritter geschlagen und im selben Jahr von Papst Johannes Paul II. zu einer Privataudienz empfangen. Nach seinem Ableben wurde er in einem goldenen Sarg aufgebahrt und mit größter öffentlicher Anteilnahme bestattet. Wenig später stufte Scotland Yard ihn als „schlimmsten Sexualverbrecher in der Geschichte des Vereinigten Königreichs“ ein. Wie sich herausstellte, hatte er von den 1960ern bis in die Nullerjahre Hunderte meist minderjährige, überwiegend weibliche Opfer missbraucht, viele von ihnen auf dem BBC-Gelände in London sowie in Kinderkliniken und Hospizen, zu denen er als „Schirmherr“ freien Zugang und teilweise eigene Schlüssel hatte.

Von den Verantwortlichen in den betreffenden Institutionen hatte angeblich niemand etwas bemerkt. Doch das klang in den Ohren von Scotland Yard so unglaubwürdig, dass zunächst mit Hochdruck gegen ein mutmaßliches „pädo-kriminelles Netzwerk“ ermittelt wurde. Auf die Verhaftung einiger höherer BBC-Chargen und Showbiz-Größen folgte aber bald schon das in solchen Fällen leider beinahe übliche Rollback: Die als Hintermänner Verdächtigten wurden auf freien Fuß gesetzt, da man keine Hinweise auf ein „Netzwerk“ gefunden habe.

Ohne ein einflussreiches Netzwerk, dessen Mitglieder u.a. auf Justiz- und Polizeibehörden Einfluss nehmen konnten, hätte Savile aber keinesfalls über einen solchen Zeitraum und in solcher Frequenz Sexualstraftaten begehen können – an Mädchen und Jungen, Minderjährigen und jungen Frauen, auch an Sterbenden in Kinderhospizen und sogar an Verstorbenen in Leichenkellern. Unter anderem auf der Insel Jersey, bekannt auch als Steueroase, fand der dortige Polizeichef klare Hinweise auf einen Ring reicher und einflussreicher Sextäter, die über viele Jahre hinweg Hunderte Kinder und Jugendliche in den dortigen staatlichen Kinderheimen vergewaltigt hatten. Einer von ihnen war nachweislich Savile, doch die Untersuchung verlief im Sande, als der Polizeichef aus dem Amt gedrängt und durch einen willfährigen Nachfolger ersetzt wurde. Übrig blieb so in allen Fällen nur der vermeintliche „Einzeltäter“ Jimmy Savile, das „pädophile Sexmonster“, das angeblich auf eigene Faust gehandelt hatte und nur deswegen über Jahrzehnte hinweg unbehelligt geblieben war, weil er seine Prominenz und das Duckmäusertum seiner Umgebung mit der „für Psychopathen typischen Skrupellosigkeit“ ausgenutzt habe.

Ein „Netzwerk von Schwerverbrechern“: der True-Crime-Hintergrund von DROSSELBRUT

Das gleiche Vernebelungsmuster findet man im „Jahrhundertfall Dutroux“, der in den 1990er-Jahren Belgien erschütterte und an den Rand eines Bürgerkriegs brachte. Der gelernte Elektriker Marc Dutroux, geboren 1956, wurde im August 1996 verhaftet; in der Folge konnten zwei 14 und zwölf Jahre alte Mädchen lebend aus einem Verlies im Keller seines Wohnhauses befreit werden. Auf weiteren Grundstücken von Dutroux fand die Polizei außerdem die Leichen von vier Mädchen und die Überreste eines weiteren Komplizen.

Marc Dutroux behauptete von Anfang an, dass er die Mädchen im Auftrag eines „Netzwerks von Schwerverbrechern“ entführt bzw. gefangen halten habe. Er erklärte zudem, dass diesem Netzwerk einflussreiche Personen aus den höchsten gesellschaftlichen Kreisen und sogar aus dem belgischen Königshaus angehörten. Namen dürfe er nicht nennen, sonst würde er die nächste Nacht im Gefängnis nicht überleben. Die Mädchen seien für Foltersex-Veranstaltungen bestimmt gewesen, bei denen Missbrauch und Tötung der Opfer zum Programm gehörten.

Einen Namen zumindest nannte Dutroux: Sein Mittelsmann sei stets Jean-Michel Nihoul gewesen, ein zwielichtiger Nachtclubbesitzer, der bekanntermaßen in einflussreichen Kreisen Belgiens gut vernetzt war. Nihoul habe die Mädchen bei ihm bestellt, und er habe geliefert bzw. die Ware bereitgehalten, bis die Herren im Netzwerk sich auf einen Termin geeinigt hätten. Die Ermittler überprüften diese bizarren Behauptungen – und stellten schnell fest, dass sie keineswegs frei aus der Luft gegriffen schienen. Auffällig war beispielsweise, dass immer kurz nach der Entführung eines Mädchens ein sechsstelliger Betrag auf einem Konto von Dutroux einging. Der Absender war jeweils jener Monsieur Nihoul, der laut Dutroux der Mittelsmann zwischen ihm und dem Netzwerk war.

Offiziell war Dutroux ein arbeitsloser Elektriker, aber er besaß diverse Immobilien und beträchtliches Geldvermögen. Außerdem unternahm er kostspielige Fernreisen: All das passte zu seiner Behauptung, dass er ein gut bezahlter Kidnapper im Auftrag des Netzwerks war. Gegenüber einem Bekannten hatte er beispielsweise getönt, wenn er Geld brauche, müsse er nur ein Mädchen einfangen und bekomme sofort 150 000 Francs dafür. Damit nicht genug: Bei der Polizei meldete sich auch eine Reihe junger Frauen, die angaben, bei genau solchen Foltersex-Veranstaltungen missbraucht worden zu sein. Eine von ihnen wurde psychiatrisch und psychologisch untersucht und für uneingeschränkt glaubwürdig befunden. Sie konnte sowohl Dutroux als auch Nihoul identifizieren.

Die Kriminalpolizei und der federführende Staatsanwalt ermittelten fieberhaft und trugen große Mengen an belastendem Material zusammen. Doch dann, von einem Tag auf den anderen, waren auch in diesem Fall die Ermittlungen gegen das Netzwerk zu Ende. Der Staatsanwalt und einer der engagiertesten Ermittler begingen unter dubiosen Umständen angeblich Selbstmord. Ein unerfahrener junger Staatsanwalt und ein neues Ermittlerteam wurden eingesetzt, die eine ganz neue Anklageschrift vorbereiten sollten. Vom Netzwerk war keine Rede mehr; Dutroux sei ein „pädophiler Einzeltäter“ gewesen, lautete die Anklage nun, der zur „Befriedigung seines Geschlechtstriebs“ auf eigene Faust die Mädchen gekidnappt habe.

Die „Affäre Dutroux“ brachte Belgien an den Rand einer Staatskrise, wenn nicht eines Bürgerkriegs. Mitte der Neunzigerjahre gab es Dutzende ungeklärter Vermisstenfälle, wobei die Betroffenen meist minderjährig waren. Im Oktober 1996 organisierten die Eltern von vermissten Kindern und Jugendlichen den sog. „Weißen Marsch“ nach Brüssel, an dem 300 000 Menschen teilnahmen – eine gewaltige Anzahl für ein so kleines Land. Die Initiatoren bekundeten öffentlich ihren Verdacht, dass hinter den Ungereimtheiten bei den Ermittlungen ein System stecke – die Absicht, den Hintergrund der Angelegenheit systematisch zu vernebeln.

Die Prozessvorbereitungen schleppten sich unglaubliche acht Jahre lang hin. In dieser Zeit kamen nicht weniger als 27 Zeugen, die sich zu Hintermännern äußern wollten, unter durchweg dubiosen Umständen ums Leben. Andere schützten Erinnerungslücken vor oder konnten sich tatsächlich nicht mehr richtig erinnern, nachdem eine so lange Zeit verstrichen war.

Erst im Frühjahr 2004 wurde der Prozess gegen Dutroux, seine – mittlerweile von ihm geschiedene – Frau Michelle Martin und zwei Komplizen von ihm eröffnet. Dutroux selbst bekam lebenslänglich, Michelle Martin wurde zu 30 Jahren verurteilt, weil sie zwei der Mädchen hatte verhungern lassen. Der mutmaßliche Mittelsmann Nihoul wurde in einem separaten Verfahren lediglich zu fünf Jahren Haft verurteilt, von denen er nur zwei absitzen musste; die regelmäßigen Geldzahlungen an Dutroux erklärte er damit, dass ihn Dutroux mit Drogen beliefert habe. Wie der arbeitslose Dutroux ein Vermögen an Geld und Immobilien anhäufen konnte, wurde im Prozess nicht erörtert. Genauso wenig wie die Frage, warum er als angeblich pädophiler Sextäter auch mehrfach nach Tschechien und in die Slowakei gefahren war, um junge Frauen vom Straßenstrich zu kidnappen, zu vergewaltigen und nach Belgien zu verschleppen.

Dutroux selbst hatte sich immer gerühmt, dass er bei der Polizei von Charleroi „eiserne Protektion“ genieße. Anders lässt sich auch kaum erklären, dass sein Haus auf dem Höhepunkt der Vermisstenwelle zwar einmal von einem Polizisten überprüft wurde. Aber dieser Beamte interessierte sich nicht für die offenbar neu eingezogene Mauer im Keller des Hauses von Dutroux, und er wurde nicht einmal hellhörig, als im Keller Schreie von Kindern ertönten. Man kann nur vermuten, dass er die Anweisung hatte, nichts zu hören und zu sehen. Dutroux sitzt bis heute hinter Gittern. Die lebenslange Haftstrafe ist zweifellos verdient, trotzdem ist er wohl nur der Sündenbock, mit dessen Präsentation die Hintermänner erfolgreich von sich selbst und ihrer tragenden Rolle abgelenkt haben.

Mittäter unauffindbar: der True-Crime-Hintergrund von WOLFSWUT

Der Fall des „Mörders mit der Klarinette“ machte im Jahr 2016 bundesweit Schlagzeilen. Die Tochter des hessischen Kleinunternehmers Manfred Seel (1946-2014) fand Behälter mit Leichenteilen in einer Garage, die ihr Vater im hessischen Schwalbach angemietet hatte. Seel war kurz zuvor infolge einer Krebserkrankung verstorben. Der makabre Fund löste polizeiliche Ermittlungen aus, die offiziell bis heute andauern.

Seel galt als umgänglich, spielte Klarinette in einer Band. Seine Frau arbeitete als Flugbegleiterin und war oftmals für mehrere Tage unterwegs. Derzeit wird er mit rund zehn Morden in Verbindung gebracht, begangen ab Anfang der 1970er-Jahre. Die Opfer waren meist drogenabhängige Straßenprostituierte, aber auch zwei Altenpflegerinnen und mutmaßlich auch mindestens ein männlicher Teenager. Die Taten wurden durchweg mit ungewöhnlicher Grausamkeit ausgeführt. Der bzw. die Täter folterten und verstümmelten die Opfer, entnahmen Organe und amputierten Gliedmaßen. Aufgrund des Verletzungsbildes gehen die Ermittler in mindestens einem Fall von einem Mittäter aus. Jedem Opfer wurden andere Körperteile entnommen, wobei auch Kannibalismus eine Rolle spielte.

Umstände, Einzelheiten und Umfang der Mordserie sind bis heute nicht annähernd aufgeklärt worden. Die Sonderkommission, die nach dem Auftauchen der Leichenfässer zunächst fieberhaft um Aufklärung bemüht war, wurde längst wieder aufgelöst. Mit den „kalten“ Fällen beschäftigen sich Mordermittler, soweit sie neben ihrer aktuellen Arbeit Zeit dafür finden. Das ist unbefriedigend, aber nachvollziehbar, die Ressourcen reichen schon für die Bearbeitung der „heißen“ Fälle immer weniger aus. Je weiter aber die Geschehnisse zurückliegen, je lückenhafter die Erinnerungen etwaiger Zeugen werden, desto geringer ist die Chance, dass die Hintergründe der Mordserie doch noch aufgeklärt werden. Dabei gilt im Fall Manfred Seel genauso wie bei Dutroux und Savile: Dass ein Einzeltäter über Jahrzehnte hinweg ohne ein Netzwerk einflussreicher Hintermänner unbehelligt so viele Morde begehen kann, ist extrem unwahrscheinlich. Sehr viel plausibler ist die Vermutung, dass auch Manfred Seel – ähnlich wie Marc Dutroux – im Auftrag eines Kartells von Menschenhändlern tätig war.

Recherche und Realitätsnähe

Zur Vorbereitung der drei Bände habe ich jeweils ausgiebig zu Fällen, Tätern und Tathintergründen recherchiert, Zeugen, Betroffene und Ermittler befragt, Schauplätze aufgesucht und Fachliteratur u.a. zu Täter- und Opfer-Psychologie studiert. So weit hergeholt Hallsteins „Verschwörungstheorie“ manch einem Leser (und manch einer ihrer Vorgesetzten) auch anfangs erscheinen mag: Spätestens im Sommer 2019, während ich die Arbeit an „Rattenflut“ beendete, wurden meine True-Crime-Adaptionen praktisch im Wochentakt von aktuellen Enthüllungen untermauert und fast schon in den Schatten gestellt. Einige Beispiele:

  • FAZ, 20.7.19: „Im norditalienischen Bibbiano wurde in einer Kinderklinik (!) jahrelang mit Kindern gehandelt. Verdächtigt werden zahlreiche Mediziner und Sozialarbeiter, sogar der Bürgermeister soll beteiligt gewesen sein.“
  • FAZ, 7.8.19: „Die Pfadfinderorganisation Boy Scouts of America (BSA) soll die Namen von mehr als 350 Betreuern verschwiegen haben, die wiederholt Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchten. Fast 800 frühere Mitglieder der Organisation reichten bei einem Gericht im Bundesstaat Pennsylvania Klage ein, weil die BSA die mutmaßlichen Täter trotz Meldungen von Übergriffen weiter mit Minderjährigen in Kontakt brachte. ‚Wir haben es mit Menschenhandel zu tun. Die Pfadfinder sind der größte Pädophilenring der Welt‘, sagte der Anwalt Tim Kosnoff, der die Opfer vertritt.“
  • Der Fall Jeffrey Epstein: Der US-Milliardär, Freund von Prince Andrew, Bill Clinton, Woody Allen und vielen weiteren Reichen und Einflussreichen, soll über Jahrzehnte hinweg schwunghaften Handel mit weiblichen Teenagern getrieben haben. Kunden ließ er auf seine tropische Privatinsel (!) einfliegen, wo sie die bereitgestellten jugendlichen Zwangsprostituierten unbehelligt missbrauchen konnten. Anders als Marc Dutroux, der sich klugerweise niemals Namen seiner „Bosse“ entlocken ließ, machte Epstein den Fehler, seinen „Mitbrüdern“ zu drohen: Sollten sie ihn fallenlassen, werde er sie mit in den Abgrund reißen. Bevor es soweit kommen konnte, verstarb er am 10.8.19 unter dubiosen Umständen in der Untersuchungshaft – angeblich durch Suizid.
10 Apr 2020 0 Kommentar
Kommentar 0
bildernachweis
blockHeaderEditIcon

Icons made by Icon Works,  Recep Kutuk,  Freepik from www.flaticon.com is licensed by CC 3.0 BY

termine
blockHeaderEditIcon

Termine

Aktuelle Termine hier:

Terminübersicht ...

 

kontakt
blockHeaderEditIcon

Kontakt

Andreas Gößling | Autor
E-Mail: ed.gnilsseog-saerdna@ofni

Kontaktformular

footer-neu
blockHeaderEditIcon
FooterSocials
blockHeaderEditIcon

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.
*