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Belletristik > Maya-Romane
Andreas Gößling:
Im Tempel des Regengottes. Roman
Hardcover, Originalausgabe: Eichborn 2003
464 Seiten, € 19,90 ISBN 3821808780
Taschenbuchausgabe: Heyne 2004
Dies ist die Geschichte des englischen Abenteurers Robert Thompson, der sich auf der Suche nach dem Schatz des versunkenen Tayasal in eine magische Welt verliert, in der Liebe und Tod um seine Seele ringen.
Mittelamerika, um 1870. Seit dreihundert Jahren erdulden die alten Maya-Völker die europäischen Eroberer. Versteckt im undurchdringlichen Dschungel, erwarten sie in ihren gigantischen Tempelstädten die Ankunft des Erlösers. Der junge englische Abenteurer Robert Thompson gerät unversehens in den Kampf, der zwischen den Weißen und den Ureinwohnern tobt. Während er gemeinsam mit den zwei skrupellosen Schatzsuchern Mortimer und Climpsey dem sagenumwobenen Gold der untergegangenen Mayastadt Tayasal nachspürt, versucht die junge Mestizin Helen zu verhindern, daß Roberts Schicksal sich in den düsteren Gängen der alten Kultstätten erfüllt. Denn Helen allein, die sich als Mann verkleidet den Schatzsuchern angeschlossen hat, ahnt die schrecklichen Folgen, die Roberts Erscheinen in den Urwaldtempeln auslösen wird ...
»Er hob das Fernrohr einige Zoll höher, zum Horizont hin, auf den der Fahrweg schnurgerade zulief. Und dann sah er sie, drei, vier, sieben Reiter, winzige Gestalten, noch in weiter Ferne, lautlos, in einer Wolke aus aufspritzender Bracke und Staub. Wie er sie so beobachtete, halsbrecherisch an dem Kutschfenster hängend, wurde ihm mit einem einzigen, ernüchternden Schlag bewußt, daß dies alles, die Schüsse und das Blut im Park des Governeurs, ihre Flucht, der Dschungel, die heranpreschenden Soldaten, kein Gaukelspiel seiner Phantasie, sondern unentrinnbare Wirklichkeit war.«
Wie in einen verführerischen Traum läßt Andreas Gößling seinen Helden immer tiefer in die bizarr-geheimnisvolle Welt der untergegangenen Maya eintauchen. Realität und Magie werden ununterscheidbar und machen aus diesem außergewöhnlichen Abenteuer-Roman ein ungemein suggestives, fast trancehaftes Leseerlebnis.

Aus Besprechungen:
"Packender, mit viel Wissen erzählter Abenteuerroman, in dem sich Realität und die Magie der untergegangenen Maya-Kultur bald vermischen."(ZDF/Stiftung Lesen)
"In einem Krug Rum stecke mehr Wahrheit als in allen Schlammlöchern Yucatáns, verkündet der skrupellose Paul Climpsey. Er und sein Gaunerkumpel Stephen Mortimer sind es, die Robert Thompson in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in den undurchdringlichen Dschungel Mittelamerikas locken. Der junge englische Abenteurer merkt zu spät, dass er zwischen die Fronten gerät im Kampf der Weißen und der alten Maya-Völker. Die warten viele Jahre nach dem Untergang ihres letzten Königreichs in einer gigantischen Tempelanlage auf den Kundigen, der ihre versunkene Welt wieder zum Leben erweckt. Was also ist Robert: Vernichter der Maya oder ihr Götterbote? Wer Traum und Tatsachen verwoben mag und sich gern Jahrhunderte zurückversetzen möchte, dem bietet das Buch perfekte Unterhaltung." (Main-Presse, 21.8.2003)
"Nach und nach entfaltet sich eine Geschichte, die aus dem Genre des Abenteuerromans ebenso schöpft wie aus der historischen Überlieferung der Mayakulturen. Nicht immer ein Spaziergang, aber ein atemberaubender Ausflug in eine andere Welt." (Hannoversche Allgemeine, 21.6.2003)