Andreas Gößling


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Paul Auster

Literaturkritik

Vorbemerkung
Den folgenden Essay habe ich 2004 nach Lektüre der New-York-Trilogie von Paul Auster geschrieben – eine spontane Anknüpfung an mein literaturwissenschaftliches Vorleben in den 1980er und 1990er Jahren.
Ich freue mich auf Leserreaktionen: Schreiben Sie mir an
info@andreas-goessling.de.

Der vollständige Essay (26 Seiten) als PDF-Dokument


Essay
Andreas Goessling"He is dead. He is not dead."
Notes about Paul Auster's City of Glass
(c) 2004-2011 Dr. Andreas Gößling - alle Rechte vorbehalten

Abstract
Frequently, the maze-like architecture of Paul Auster's City of Glass gets interpreted as a literary staging of post-modern theorems. Certainly, this first novel from the New York-Trilogy is about conditions and aporias of subjectivity and linguistic grasp of reality within a world where connections between the self and realities appear reduced to technical relations. However, formal virtuosity and elevated mythological topics discussed in the novel - expulsion from paradise, tower of Babylon, Kaspar Hauser - threaten to veil a pathology of namely male individuation, which less noticeably the book reflects as well. The crime the paternal gaoler commits on his young son in Auster's variation of the Kaspar-Hauser-myth, symbolises above all else subjugation and latent destruction of subconscious identity aspects and a child's non-rational perception within the Babylonian tower of the adult self. According to Auster's analysis, the writer's subjectivity, his inner world and imagination are also subjects to this murderous tyranny of instrumental rationality.[1]

[1]
Englisch von Charlotte Lyne

Essay
Andreas Gößling"Er ist tot. Er ist nicht tot."
Anmerkungen zu Paul Austers City of Glass
(c) 2004-2011 Dr. Andreas Gößling - alle Rechte vorbehalten


Zusammenfassung

Die labyrinthische Bauform von Paul Austers
Stadt aus Glas wird meist als literarische Inszenierung postmoderner Theoreme gedeutet. Gewiß geht es in diesem ersten Roman der New York-Trilogie um Bedingungen und Aporien von Subjektivität und sprachlicher Wirklichkeitserfassung in einer Welt, in der die Verbindung zwischen dem Ich und den Realien auf technische Relationen reduziert scheint. Doch die formale Virtuosität und die erhabenen mythologischen Gegenstände, die in Stadt aus Glas verhandelt werden - Paradiesvertreibung, Turm zu Babel, Kaspar Hauser -, drohen den Blick auf eine Pathologie der - zumal männlichen - Individuation zu verstellen, die der Roman sehr viel verdeckter gleichfalls reflektiert. Das Verbrechen, das der väterliche Kerkermeister in Austers Variation des Kaspar-Hauser-Mythos an seinem kleinen Sohn begeht, symbolisiert vor allem anderen die Unterjochung und tendenzielle Vernichtung unbewußter Selbstaspekte und kindlich-nichtrationaler Erfahrungsweisen im babylonischen Turm des erwachsenen Selbst. Dieser mörderischen Tyrannei instrumenteller Rationalität unterliegt nach Austers Analyse auch die Subjektivität des Schriftstellers, seine Innenwelt und Imaginationsfähigkeit.


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