Andreas Gößling


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Belletristik > Maya-Romane

Die Rätsel der Maya.
Ein ZDF-Film über die Welt der Maya-Romane von Andreas Gößling

Unter dem Titel »Die Rätsel der Maya. Eine Zeitreise nach Guatemala« hat das ZDF für die Reihe »RomanWelten« einen Dokumentarfilm über die Welt der historischen Maya-Romane von Andreas Gößling produziert: »Im Tempel des Regengottes« und »Die Maya-Priesterin«.

Der halbstündige Film wurde im Frühjahr 2003 unter Mitwirkung des Autors an Originalschauplätzen in Guatemala und Belize gedreht.


»Die RomanWelten locken Zuschauer an Orte und Landschaften, die durch die Erfindungsgabe großer Schriftsteller zu Mythos und Legende wurden.« (ZDF-Slogan)

»Die Rätsel der Maya.
Eine Zeitreise nach Guatemala«
Dokumentarfilm, 30 min.
ZDF-Reihe »RomanWelten«
Regie: Jutta Szostak
Kamera: Joachim Giel


Der Film wurde am Montag, den 28.7., erstmals im ZDF gezeigt und danach mehrfach auf 3sat und Phoenix wiederholt.






"Süddeutsche Zeitung" porträtiert Andreas Gößling (9.9.2003)

Der Maya-Mann
Der große Erfolg des Spezial-Autors Andreas Gößling


"Das Münchner Maya-Reich liegt am Rand von Großhadern. Dort, wo die Straßen Namen tragen wie "Am Sommerfeld", "Am Waldspitz" oder "Am Wiesenbach". Dort, wo brav gestutzte Hecken die Einfamilienparzellen umrahmen und blank geputzte Zweitwagen vor den Garagen parken. Und dort, wo "MayaMedia" residiert. Die Tür öffnet der Maya-Mann, pardon, Andreas Gößling. Der 45-jährige promovierte Literatur- und Kommunikationswissenschaftler ist Autor. Seine Romane
Die Maya-Priesterin und Im Tempel des Regengottes haben sich nach Angaben des Eichborn-Verlages jeweils im fünfstelligen Bereich verkauft. Zudem ist gerade bei Piper Drachenwelten erschienen, ein Sachbuch über die Kulturgeschichte der Drachen, in welchem den Mayas ein Kapitel gewidmet ist. Den Spezialisten Gößling auf seine Maya-Affinität zu reduzieren, wäre jedoch ein Fehler. Der Fünf-Tage-Bartträger tritt auch als Lektor, Literaturagent und Verleger in Erscheinung. Andreas Gößling bittet in sein Arbeitszimmer, treppauf vorbei an gerahmten Bildern aus Südamerika. Maya-Motive, was sonst. Unter dem Dach künden nur die umfangreiche Fachbuchsammlung und einige Werbetafeln von seiner Faszination für die mystische Hochkultur. Von Maya-Manie keine Spur. "Ich laufe nicht in gestreiften Hochlandjacken durchs Haus und habe keinen Altar aufgebaut", sagt Gößling. Schon während seines Studiums in Münster interessierte sich der geborene Hesse für mythen- und kulturgeschichtliche Themen. Mitte der Neunziger Jahre startete er zu Studienreisen in ehemalige Maya-Gebiete. "Von diesem Zeitpunkt an hat mich das Thema nicht mehr losgelassen." Die unmittelbare Folge: mehrere Sachbücher, etwa über den Heiligen Kalender der Maya. Erschienen sind diese Werke unter dem Pseudonym Pietro Bandini. "Ich sehe mich als Erzähler mit literarischen Interessen und hatte schon lange den Wunsch, ein breiteres Publikum anzusprechen", sagt Gößling. Das ist ihm gelungen. "Die Rätsel der Maya", eine ZDF-Doku über Gößlings Romane, verfolgten vor kurzem 480 000 Zuschauer. Und das, obwohl die Sendung nach Mittemacht ausgestrahlt wurde.Im Gespräch erweckt Andreas Gößling gelegentlich den Eindruck, als sei er ein umgänglicher Studienrat. Unscheinbare Brille, Freizeithemd, Baumwollhose. Höflich und sachlich beantwortet er die Fragen, formuliert klar und druckreif. Teile seiner Leserschaft verhalten sich absolut konträr. Es kommt vor, dass sich Maya-Freaks oder fundamentale Esoteriker mit wirren Theorien an den Autor wenden. "Die flüstern mir nach einer Lesung mit verschwörerischem Blick zu, dass die Maya-Elite in Hohlräumen der Erde verschwunden sei oder von UFOs abgeholt wurde", sagt Gößling und wiegt belustigt den Kopf. Nein, diese Leser sind nicht auf seiner Wellenlänge. Dass sie dennoch seine Bücher kaufen, wundert den Maya-Mann ein wenig. Eine Überraschung anderer Art erlebte Gößling, als er vor pubertären Rostocker Schülern auftrat. Still und andächtig lauschte sein Publikum. "Die waren total aufmerksam und interessiert!" Maya statt Mathe das kommt offenbar an. Seit zehn Jahren lebt Andreas Gößling in München, mit Frau und Sohn. Der Umzug war eine strategisch-berufliche Entscheidung. 1994 gründete der umtriebige Wissenschaftler "MayaMedia". Redaktionelle Betreuung, Ghostwriting, Konzepterstellung, Autorenvermittlung, Veröffentlichungen eine Zeit lang wirkte Gößling auf allen Ebenen des Literaturbetriebes mit. "Ich neige dazu, auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen", räumt er ein. Doch damit ist Schluss. Inzwischen konzentriert sich der Schnellschreiber auf seine Autorentätigkeit. Geblieben ist die Freude an der Förderung nicht-kommerzieller Werke. Im Rahmen eines so genannten Literaturlabors veranstaltet Gößling Wettbewerbe, deren Ergebnisse er in literarischen Anthologien veröffentlicht. Unlängst erschien Teil zwei zum Thema Paradiese. "Das ist ein sehr schönes, sehr schwer verkäufliches Buch mit idyllischen, ironischen und lyrischen Variationen", sagt Gößling. (...)Schreiben und Reisen wollte der Maya-Experte schon als Kind. Heute lebt er seine Träume aus. Besucht mindestens einmal im Jahr Südamerika und schreibt, schreibt, schreibt. Momentan sind ein Sachbuch über Feen und Elfen, ein Maya-Roman für Jugendliche und eine Geschichte aus der Zeit der Alchimisten in Arbeit. Gößling, der in den Achtzigern ein Forschungsprojekt über Robert Walsers Romane leitete und mit einer Dissertation über Themas Bernhards Romane promovierte, sieht seine Maya-Leidenschaft nicht als Widerspruch dazu. "Ich habe mich immer für die mystischen Seiten der Literatur interessiert. Von Bernhard zu den Drachen und von Walser zu den Maya, das ist für mich ein kontinuierlicher Weg. Schließlich zählen beide kaum zu den großen Realisten." Günter Keil


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