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Ein Panikraum aus Büchern

Lieben Sie Ambivalenzen? Auf Identität mit sich selbst eingeschworen, sind allzu viele schon zu Lebzeiten totenstarr. Ein Panikraum ist ein Raum, in dem Sie Schutz suchen, aber dass Sie ihn hier auch finden, ist damit keineswegs gesagt. Vielleicht brechen Sie überhaupt erst im Panikraum in Panik aus, während der Angreifer daran scheitert, in Ihren Schutzraum einzubrechen. Wer weiß das schon im Voraus? Probieren Sie es einfach mal aus. Hier finden Sie Hinweise und Hintergrundinformationen zu meinen Romanen, Sachbüchern und wissenschaftlichen Werken. Keine Panik, bitte. Schauen Sie sich in Ruhe um.

Als ich 2016 zum ersten Mal von dem Fall Manfred S. hörte, war ich schockiert, aber keineswegs erstaunt. Ein deutscher Serienmörder, der viele Jahre lang auf Menschenjagd gegangen und erst nach seinem eigenen Tod durch einen makabren Zufallsfund enttarnt worden war? Das mag sich für den arglosen Beobachter abenteuerlich anhören, ich dagegen bin seit langem davon überzeugt, dass die Mordrate (auch) hierzulande deutlich höher ist, als sich von amtlichen Statistiken ablesen lässt.

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen, hier will ich nur einen davon hervorheben: Nicht erst seit der Migrationswelle 2015 halten sich in Deutschland Zehntausende Menschen auf, die von unseren Behörden nicht oder kaum zur Kenntnis genommen werden. Das kann auch kaum anders sein, denn die vollkommene Kontrolle über Grenzen und Grenzgänger ist eine allenfalls wahlkampftaugliche Fiktion. Viele dieser Menschen wurden und werden gegen ihren Willen hierher verschleppt, um als Zwangsprostituierte oder Kleinkriminelle innerhalb organisierter Verbrechensstrukturen Sklavendienste zu tun. Viele andere kamen und kommen aufgrund falscher Versprechungen oder Hoffnungen unregistriert ins Land und geraten hier auf die eine andere Weise unter die Räder. So oder so wird ihr Verschwinden in der Regel nicht angezeigt und löst folglich auch keine polizeilichen Nachforschungen aus.

Das wiederum wirkt sich auf offizielle Verbrechensaufklärungsraten und somit auch auf das Sicherheitsgefühl der Bürger positiv aus. Den Polizeibehörden bleibt ohnehin kaum eine andere Wahl: Sie haben jetzt schon alle Hände voll zu tun, um die ans Licht gelangten Straftaten aufzuklären, die Täter zu überführen und dingfest zu machen. Für das Dunkelfeld der Gewaltverbrechen, mag es noch so groß sein, sind schlichtweg keine Ressourcen verfügbar.

Jeder Kriminalpraktiker wird Ihnen bestätigen: Je heller Sie den Scheinwerfer aufdrehen, desto höher steigt die statistische Deliktzahl in dem betreffenden Segment. Siehe beispielsweise Verbrechen wie Kindesmisshandlung oder Kindesmissbrauch, die noch vor nicht allzu langer Zeit in den amtlichen Statistiken ein Schattendasein führten – seit einigen Jahren aber gehen die entsprechenden Zahlen durch die Decke wie sonst nur die Aktienkurse von Silicon-Valley-Konzernen. Liegt es daran, dass plötzlich mehr Kinder misshandelt und missbraucht werden? Natürlich nicht. Wenn Sie mit einer Kerze in – sagen wir – eine Kanalröhre hineinleuchten, sehen Sie vielleicht vier oder fünf Ratten. Probieren Sie das Gleiche mal mit einem Xenon-Suchscheinwerfer.

Aber gerade Morde, werden Sie vielleicht einwenden, können doch nicht in größerer Zahl unentdeckt bleiben. Unaufgeklärt vielleicht, aber gar nicht erst bemerkt? Schließlich weiß jeder TV-Krimizuschauer, wie schwer es ist, eine Leiche verschwinden zu lassen. Ist es das aber wirklich? Okay, wer in einem Reihenhaus lebt, seine Familie ausgelöscht hat und nunmehr die Überreste unauffällig entsorgen will, steht zweifellos vor logistischen Herausforderungen. Wenn er aber wie besagter Manfred S. „Straßenprostituierte ohne gültige Aufenthaltspapiere“ zu Tode gefoltert hat, genügt es offenbar, die Leichenteile in handelsübliche Plastiksäcke zu verpacken und im unkrautüberwucherten Ödland zwischen Autobahnauf- und -abfahrten abzulegen. Jahre und Jahrzehnte lang hat diese fast schon lächerlich simple Methode im dichtbesiedelten Rhein-Main-Gebiet prima funktioniert.

Im Übrigen zählt Deutschland zu den am dichtesten bewaldeten Staaten Europas. Glauben Sie im Ernst, es wäre ein größeres Problem, einen toten Körper irgendwo in den waldreichen Weiten Hessens oder Brandenburgs zu vergraben? Natürlich nicht gerade am Waldrand, sondern tief im Gestrüpp, vorzugsweise im Naturschutzgebiet. Dort hebt der durchschnittliche Dunkelmann in aller Ruhe ein Grab aus, zwei Meter tief, dann wird die Leiche garantiert weder von Wildschweinen noch von sonstigem Getier freigescharrt. Anschließend verteilt er Aushub, Laub und Unterholz wieder unauffällig auf der Oberfläche. Wenn er sich nicht ganz blöd angestellt hat, ruht der oder die Tote dort länger ungestört als auf einem Friedhof.

Die beiden Mörder, mit denen ich in den zurückliegenden Jahren ausführlich sprechen konnte, waren extrem unterschiedliche Charaktere. Doch die Pointe ihrer Lebensgeschichten war in beiden Fällen die gleiche: Die Morde, für die sie zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren, machten nur einen Bruchteil der von ihnen verübten Tötungsdelikte aus. Die große Mehrzahl davon, begangen im In- und im Ausland, ist nie entdeckt und/oder ihnen nie zugeordnet worden.

20 Sep 2017 0 Kommentar
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